Die rollende Geschichte der Görlitzer Kreisbahn
Willkommen auf einer Reise durch die faszinierende Welt der Fahrzeuge, die einst die Schienen der Görlitzer Kreisbahn belebten. Diese Seite ist ein muss für Eisenbahnfans und Geschichtsliebhaber gleichermaßen, die tiefer in die technischen Daten und die Beheimatung dieser einzigartigen Lokomotiven eintauchen möchten.
Entdecken sie die Geschichten hinter den Stahlrössern, die das Herz der Görlitzer Bahn bildeten.

Einzigartige Stammfahrzeuge: Loks mit Geschichte
Die Loks und das Wagenmaterial der Görlitzer Kreisbahn waren jahrzehntelang Stammfahrzeuge und prägten das Bild der Strecke. Bei Eröffnung der Strecke gab es drei dreiachsige Zahnradloks. 1913 wurde die flotte durch eine T3 (89 7571) erweitert, die fortan Rangieraufgaben auf der Görlitzer Industriebahn übernahm. Diese frühen Loks legten den Grundstein für die beeindruckende Geschichte der Bahn.

Die Ära der ELNA Loks: Innovation auf Schienen
1932 markierte einen wichtigen Wendepunkt mit der Ankunft der ersten von drei D-Kuppler ELNA 6 Loks Besonders hervorzuheben sind die drei Loks 92 2901, 92 2902 und 92 2903,
sowie die später hinzugekommenen 92 6484, 92 6490 und 92 6494 bei der Gö.Kr.B.
Ausgestattet mit einer Riggenbach Gegendruckbremse, ermöglichten diese fortschrittlichen Lokomotiven den Verzicht auf die Zahnstange bauart Abt. Diese Innovation Revolutionierte den Betrieb und verbesserte die Effizienz der Görlitzer Kreisbahn erheblich. Erfahren sie mehr über ihre technischen Daten und ihre Beheimatungen.

Vom Dampf zum Diesel: die moderne Ära
Ab 1970 begann ein neues Kapitel, als die ELNA Loks sukzessive durch moderne Dieselloks der BR 110 vom VEB Kombinat Lokomotivbau Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“ Hennigsdorf (LEW) abgelöst wurden. Diese Umstellung symbolisierte den Fortschritt und die Anpassung an neue Technologien im Eisenbahnwesen. Im Dieselbereich prägten die stammloks 110 217-7, 110 237-5 und 110 324-1 die Strecke. Entdecken sie die technischen Details dieser wichtigen Fahrzeuge.
Zur Eröffnung am 12.03.1905, standen drei dreiachsige Nassdampf Zahnradloks zur Verfügung. Die 1904 in Esslingen gebauten Loks mit den Fabriknummern 3297, 3298 und 3299, erhielten bei der Görlitzer Kreisbahn die Fahrzeugnummern 1, 2 und 3. Als Zusatz noch die Bezeichnung "Cz" für drei Achsen und Zahnradbetrieb.
Sie besaßen zwei getrennte Triebwerke und daher auch zwei Regler. Auch die Gegendruckbremse Bauart Riggenbach war getrennt für die zwei Triebwerke zu bedienen.
Neben der Gewichtsbremse diente je eine Handspindelbremse als Lokbremse oder als Bandbremse an einer Bremstrommel. Von 1926 an wurden sie auf einer Druckluftbremse (Luftpumpe, Hauptluftbehälter und Führerbremsventil umgebaut. 1913 kam noch eine weitere Maschine hinzu. Ebenfalls dreifach gekuppelt und mit 10t Achsfahrmasse.
Sie ähnelte einer preußischen T3 und erhielt die Betriebsnummer 21. Ihr Einsatzgebiet war die Görlitzer Industriebahn.
Nach dem ersten Weltkrieg kamen die ersten ELNA Loks auf preußische Privatbahnstrecken zum Einsatz. Diese preiswerten Maschinen wurden in mehreren Bauarten mit gleichen Teilen gebaut und durch Normung der Konstruktion und damit eine Austauschbarkeit der Lokomotivteile erreicht werden.
Daher auch der Name ELNA = Engerer Lokomotiv-Normen-Ausschuss.
Die mit einer Riggenbach Gegendruckbremse ausgerüsteten Maschinen erlaubten einen sicheren Betrieb auf der Steilstreck, sowie mit 40km/h eine ausreichende Schnelligkeit auf der restlichen Strecke.
1932 traf die erste von drei ELNA Loks in Görlitz ein. Unter der Fabriknummer 22011 bei Henschel gebaut, erhielt sie die Nummer 181. Im gleichen Jahr konnte daher die Zahnradlok 2 ausgemustert werden.
1936 kam die zweite ELNA mit der Fabriknummer 22990 an und bekam die Nummer 182. Dafür wurde die Zahnradlok 1 ausgemustert und die Zahnstangen konnten und wurden ausgebaut. Lok 3 wurde nach Ausbau der Treibzahnräder noch als Rangierlok und für leichte Streckendienste eingesetzt.1939 gesellte sich schließlich noch die dritte ELNA mit der Fabriknummer 24940 dazu und bekam die Nummer 183. Sie löste dann endgültig die Lok 3 ab, die dann noch weiter an die Zuckerfabrik in Stasburg (Uckermark) für 14.500RM verkauft wurde.
1937 bestellte die Gö.Kr.B. einen zweiachsigen dieselmechanischen Triebwagen bei der WUMAG, der 1940 geliefert wurde. Er sollte für verkehrsschwachen Tageszeiten dienen. Dieser Triebwagen mit 100PS und einem Achsstand von 6,2m hatte 44 Sitzplätze. Aus dem VT 1031 wurde nach Übernahme der DR der VT 135 500.
Er pendelte noch bis 1952 auf der Kreisbahn und wurde dann ins Bw Dresden-Pieschen abgegeben.
Die Lok 21 erhielt bei der DR die Nummer 89 7571 und wurde zum 01.07.1950 ins Bw Dresden-Altstadt abgegeben.
Die drei ELNA Maschinen erhielten bei der DR die Nummern 92 2901, 92 2902 und 92 2903. Dies geschah noch bevor alle anderen Loks, die die Reichsbahn von den Privatbahnen übernahm und sie in die 6000er Ordnungsnummern einreihte.
Die drei Loks der Görlitzer Kreisbahn behielten als einzige ihre 2000er Nummer und wurden nicht noch einmal zu 92 6901, 92 6902 und 92 6903 umgezeichnet.
Für die abgegebenen Lok 89 7571 und den Triebwagen erhielt das Bw Görlitz drei weitere ELNA Loks.
Dies waren die 92 6484 ex Nr.181 der Liegnitz-Rawitscher Eisenbahngesellschaft, gebaut 1929 bei Schwarzkopf,
die zweite 92 6490 ex Nr.182 der Naundorf-Gerleboker Eisenbahn, 1936 bei Henschel gebaut
und die 92 6494 ex Nr 181 der Bunzlauer Kleinbahn AG, gebaut 1944 bei Henschel.
Gelegentlich kamen auch die im Bw Görlitz beheimateten "preußischen T9" 91 417, 91 1110, 91 1698 und 91 1705
auf der Kreisbahn zum Einsatz.
1965/66 kam es zu einem zweijährigen Einsatz eines Leichttriebwagens VT 2.09.
Er verkehrte montags bis freitags als P3825/30 bis Königshain-Hochstein.
Anfang 1970 kam dann der Traktionswechsel von Dampf auf Diesel. Die erste, vom VEB Kombinat Lokomotivbau Elektrotechnische Werke „Hans Beimler“ Hennigsdorf (LEW) gelieferte BR 110 237-5 wurde am 30.04.1970 in Dienst gestellt. Es folgte am 06.05.1970 110 240-9 sowie am 26.05.1970 die 110 217-7 und am 12.02.1971 die 110 324-1.
Dies waren die eigentlichen Jahrzehnte langen Stammlokomotiven auf der Kreisbahn, allerdings ab 30.09.1972 nur noch bis Königshain-Hochstein. Mit der am 04.02.1970 im Bw Zittau in Dienst gestellten 110 204-5, fanden am Anfang die Probefahrten nach Weißenberg statt.
110 324-1, zog dann am 30.09.1972 den letzten Zug als P3814 um 17:56 Uhr von Weißenberg nach Görlitz.
Nach der Wende, war dann auch auf dem letzten Teilstück der Görlitzer Kreisbahn, am 22.05.1993 das schnelle Ende.
Hier zogen die beiden Loks 110 459-5 (202 459-4) und 110 007-2 (202 007-2) den letzten Zug ab Königshain-Hochstein nach Görlitz.
Einige Daten der ELNA 6
ELNA 6 ist die Bezeichnung für eine Reihe von vierachsigen Tenderlokomotiven, die in einer Stückzahl von 95 nach den Normen des ELNA gebaut wurden. Die ELNA 6 haben die Achsfolge D.
Sie sind die schwersten und größten Lokomotiven des ELNA-Typenprogramms und für den Strecken- und schweren Rangierdienst ausgelegt. Sie erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h.
Die 1949 von der Reichsbahn übernommenen Maschinen wurden als Baureihe 92.29 und 92.64 in das Nummernschema eingereiht. Die drei Maschinen 92.29 waren Lokomotiven der ehemaligen Görlitzer Kreisbahn,
die über eine Gegendruckbremse verfügten.
Bauart: D h2t, Gattung: Gt44.14, LüP: 10.800 mm, Treibraddurchmesser: 1100 mm, Radsatzfahrmasse: 13,8 t,
Dienstmasse: 55,2 t, Wasservorrat: 6 m³, Brennstoffvorrat: 1,85 t Kohle,
Zahnradbahn Lok Nr.1 der Gö.Kr.B.
Zahnradbahn Lok Nr.2 der Gö.Kr.B.
Zahnradbahn Lok Nr.3 der Gö.Kr.B.
Lok 181 / 92 2901 der Gö.Kr.B.
Lok 182 / 92 2902 der Gö.Kr.B.
Lok 183 / 92 2903 der Gö.Kr.B.
1968 steht der Zug abfahrbereit am Bahnsteig von Weißenberg. Hinter Lok 92 2901 hängt schon ein kompletter Neubauzug am Haken. Ein Pwg88, eine sogenante "Blechbüchse" und drei Reko Bag Wagen.
Am 22.07.1965 hat P3824 mit Zuglok 92 2902 von Weißenberg kommend, einen kurzen Halt in Königshain-Liebstein eingelegt.
Lok 92 2903 fährt am 24.07.1968 durch das Umfahrgleis von Weißenberg.
92 6484 setzt in Görlitz um.
92 6490 vor dem Gmp 8602 in Königshain-Hochstein.
92 6494 wartet in Königshain-Hochstein auf den Gegenzug, der nach Weißenberg fährt.
Der Triebwagen 1031wurde 1940 von der WUMAG geliefert und fuhr bis 1952 auf der Gö.Kr.B.
Er wurde 1948 bei der Deutschen Reichsbahn zum VT 135 500.
1965/1966 fuhr zwischen Görlitz und Königshain-Hochstein LVT 2.09. Zur Erinnerung gab es am 30.05.1992 noch mal eine Fahrt mit 771 021-3.
110 237-5 am 30.04.1970 im Bw Görlitz in Dienst gestellt. Hier am Bahnsteig in Weißenberg/Süd.
110 240-9 am 06.05.1970 im Bw Görlitz in Dienst gestellt.
110 324-1 am 12.02.1971 im Bw Görlitz in Dienst gestellt. Sie bespannte am 30.09.1972, den letzten Zug P3814, Abfahrt 17:56 Uhr ab Weißenberg.
110 204-5 am 04.02.1970 im Bw Zittau in Dienst gestellt.
Mit ihr fanden die ersten Probefahrten nach Weißenberg statt.
110 217-7
Am 22.05.1993 war der letzte Betriebstag auf der Gö.Kr.B.
202 459-4 und 202 007-2, mit ihrem Zug in Königshain-Hochstein.